Die
Erstellung und die Inhalte dieser Internetseiten sind, wenn nicht anders
angegeben, von Dino Gibertoni & Rodolphe Guillo. Alle Inhalte dürfen
frei verwendet werden unter der Maßgabe der Quellenangabe.
EINLEITUNG VON DINO GIBERTONI
Es
ist nun 30 Jahre her, dass ich Musik höre, vor allem leidenschaftlich,
aber auch einigermaßen aufmerksam auf deren Schönheit achtend, da ich
kein Instrument spiele. Nach all diesen Jahren des Hörens und des Suchens
nach verschiedenen musikalischen Genres, kann ich sagen, dass mein
Bezugspunkt, mein Morgenstern, Jacques Brel geworden ist. Er ist derjenige,
der mehr als alle anderen mein Herz, meinen Kopf und meinen Bauch
ansprechen kann, obwohl er vielen als überholt und veraltet erscheint. Im
Grunde spreche ich von der Musik, die zwischen seinem Alter 30 und 60
heraus kam (Brels letzte Platte ist von 1977, die erste hingegen von
1953).
In
der Tat ist es heute sehr schwierig, zumindest in Italien, Brels Musik zu
hören, es sei denn rein zufällig im Rundfunk oder Fernsehen. Was mich
betrifft, so habe ich das Glück und die Eingebung gehabt, zwei CDs in der
Bibliothek der Sala Borsa in Bologne zu entleihen : Diese haben
mich 2002 zum ersten Mal Brels Musik zugeführt. Es war nicht Liebe auf
den ersten Blick, da mein Ohr sich erst einmal an diese Musik gewöhnen
musste, die ein Italiener in den Jahren um 2000 nicht mehr gewohnt ist zu
hören und darüber hinaus auf Französisch gesungen, eine Sprache, die
ich bis dahin wenig kannte. Doch haben mir zwei oder drei Lieder genügt,
die ich sofort als wirklich schön beurteilte, um mich zu ergreifen und
mich nach und nach, von Lied zu Lied, in die künstlerische Welt des Grand
Jacques zu verlieben.
Sie
umschlingt das Herz, denn sie drückt starke und widersprüchliche Gefühle
aus : Leidenschaft und Zärtlichkeit, Wut und Milde, Ablehnung und
Zuspruch. Dabei bleibt das Herz jedoch immer offen, ohne jedes Zugeständnis
oder ’’Bauchpinselei’’. Darüber hinaus ist da natürlich die
herausragende Schönheit seiner Melodien, die unsterblich geworden sind,
um ein starkes Wort zu verwenden.
Das
einzigartige Merkmal, das dem menschlichen und künstlerischen Werdegang
von Brel zugrunde liegt, ist seine absolute Freiheit des Denkens und
Handelns. Diese Freiheit hat ihn zunächst dazu gebracht, 1952 von Brüssel
nach Paris um zu ziehen, wobei er seine Familie und einen sicheren
Arbeitsplatz im väterlichen Betrieb zurück ließ, und eine schwierige
Laufbahn als Sänger einzuschlagen. Dann hat sie ihn 1966 auf dem Gipfel
seines Erfolges dazu veranlasst, die Bühne zu verlassen und sich einer künstlerischen
Tätigkeit widmen zu können, die sich nicht nur mit Musik sondern auch
mit Theater und Filmproduktion befasste, als Schauspieler und Produzent.
Schließlich zog er sich 1974 auf die Markisen-Inseln zurück, um seine
endgültige Abwendung vom Showbusiness zu betonen und sich einer anderen
Dimension des Daseins zu widmen, die einer einfacheren, persönlichen
Zuwendung und dem Dienste am Menschen galt.
Von
all dem bleibt, vom musikalischen Standpunkt betrachtet, eine Anzahl von
150 Chansons, die sowohl in der Originalfassung oder als öffentliche
Darbietung. Diese sind oft noch interessanter, da Brel auf der Bühne
alles gab. Es bleiben auch die Fassungen anderer Künstler, die ihn stetig
neu interpretieren, in allen Winkeln der Welt. Das Hören dieser
Fremdaufnahmen vermittelt vor allem das Verständnis dafür, in welch großer
geografischer Verbreitung der Einfluss von Brel auf Generationen von
Musikern gewirkt hat. Es genügt hier anzuführen, die Namen von Giorgio
Gaber in Italien, Scott Walker, David Bowie, Marc Almond im
englischsprachigen Raum und Noir Désir in Frankreich. Das Hören lässt
auch ermessen, wie groß die Beliebtheit der Chansons war, wenn man die
große Anzahl der Übersetzungssprachen berücksichtigt. Dabei findet man
auch viele lokale Sprachen : Der Dialekt aus Mailand, Genua, Bologna,
dem Elsass, Friesisch, Korsisch, Provenzalisch, Galizisch und Römisch.
Doch
es ist nicht nur der Aspekt der Dankbarkeit und der eigenen
Wertschätzung, der sich aus der Entdeckung dieser Tausenden von Künstlern
ergibt, die ihrem Idol in der ganzen Welt huldigen. Von einem
sachlicheren Standpunkt aus betrachtet ist es Gewinn
bringend für den Hörer, ein Lied in zig verschiedenen Fassungen
und Arrangements gesungen zu hören, und ermöglicht trotz der
unterschiedlichen Interpretationsweisen die wahre musikalische und
lyrische Essenz des Liedes zu erfassen. Und ich glaube, dass es für
einen leidenschaftlichen Brel-Anhänger eine sehr angenehme
Erfahrung ist.
Nachdem
ich erkannt hatte, wie die Welt von Fremdaufnahmen von Brel überflutet
wurde und ich das Ausmaß dessen auch nur erahnt hatte, habe ich
beschlossen, auch die so genannten ’’Fremdaufnahmen’’ zu
sammeln, oder sie zumindest aufzuführen, da gewisse Platten heute
schwer zu finden sind. Heute verfügen wir glücklicherweise
über das Internet, um solche Recherchen durchzuführen. Aber die
Zeit dazu muss man haben. Ich persönlich habe in 2005 und 2006
viel Zeit gehabt und damit verbracht, diese Datenbank der
Fremdaufnahmen anzulegen und in der Folge diese Internetseiten ins
Leben zu rufen. Hinzu kam mein Wunsch, meinen bescheidenen Beitrag
zu leisten für zur Wiederentdeckung von Brel in Italien. So erklärt
sich dieses verrückte Verlangen Brelscher Art, in das ich mich
begeben habe.
METHODIK
Meine
Definition einer Fremdaufnahme ist die folgende : eine Fremdaufnahme
ist die Interpretation eines
Liedes, das sich vom Original unterscheidet, und die auf einem Tonträger
offiziell im Handel erschienen ist.
Um
es noch klarer auszudrücken sind hier einige Grundsätze, die ich dabei
beachtet habe :
Als
Fremdaufnahmen sind zu betrachten, die verrschiedenen Studio- oder Bühnen-Aufnahmen,
die von ein und demselben Interpreten von dem selben Lied gemacht
wurden. Das bedeutet, dass wenn es 15 verschiedene Live-Aufnahmen von
‘’My death’’ in der Interpretation von David Bowie gibt, wären
dies 15 verschiedene Aufnahmen, ob diese als Platte mit 33 Umdr. oder
als offizielle CDs heraus gebracht wurden.
Als
Fremdaufnahmen werden nicht bezeichnet, jene Musikstücke die in
Piraten-Aufnahmen bei Konzerten oder in musikalischen Remixes (bootlegs)
enthalten sind ;
Auch
nicht solche Fremdaufnahmen als Teile aus Fernsehprogrammen der Art
wie ‘’Music Farm’’, ‘’Star Academy’’ oder ähnlicher
Programme, wo die Aufnahmen nur zum Ge- und Verbrauch durch die
Zuschauer bestimmt sind, es sei denn sie sind Teil einer CD.
Auch
nicht die Fremdaufnahmen auf einem Video, die sich heute leicht
auf dem Display verwirklichen lassen, und die von Fremdaufnahmen
stammen, die während Konzerten aufgenommen wurden oder hemdsärmelig
in Eigenregie erstellt wurden.
Selbstverständlich
werden auch nicht als Fremdaufnahmen betrachtet, die Wiederholungen
eines selben Stückes auf Zusammenstellungen oder fortlaufenden
Reeditionen aus einer Original-CD (selbst wenn die Datenbank, die wir
aufbauen, versucht die Herkunft dieser Zusammenstellungen fest zu
halten, siehe obige Bemerkung).
Selbst
wenn sie nicht auf einem Tonträger herausgebracht wurden, werden
diejenigen Fremdaufnahmen dennoch gelistet, die als Musikstücke im
Internet veröffentlicht wurden und kostenlos herunterladbar sind,
wenn diese durch dieselben Verfasser oder Vertriebsfirmen veröffentlicht
wurden. In diesem Falle betrachte ich die kostenlose Veröffentlichung
im Internet als die vom Verfasser ausdrücklich gewählte
Vertriebsform.
ENTWICKLUNG DER INTERNSEITEN
Im
Jahre 2009 wurde eine wichtige Umstrukturierung der Datenbank eingeleitet.
Diese Änderungen erscheinen nach und nach in unseren Aufstellungen im
Internet. Die Hauptänderungen betreffen :
Die
Einführung in der englischen und französischen Terminologie der
Klassifizierung der Norm ISO
3166-1 für die Sprache und Herkunft der Interpreten (Dies
entspricht nicht mehr genau der Nationalität, da diese
Klassifizierung die Territorien einschließt, die eine eigene
Verwaltungsautonomie erreicht haben, wie zum Beispiel Martinique) ;
Die
Erwähnung der verschiedenen Alben, welche die selbe Neuaufnahme
enthalten. In diesem Fall, finden Sie in der Sparte ’’Disco’’
das Originalalbum und danach, hinter dem Zeichen > die
Folge-Alben.
Die
streng alphabetische Klassifizierung der Original-Titel der Lieder von
Brel, also ohne davor den bestimmten oder unbestimmten Artikel zu
setzen.
Die
vollständige Aktualisierung der Aufstellungen wird viel Zeit in
Anspruch nehmen. In dieser Übergangszeit werden alte und neue
Klassifizierung nebeneinander bestehen.
DANKSAGUNGEN
Ich
kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese Internetseiten bis heute die
vollständigste Quelle dieses unendlich kleinen Teils menschlichen Wissens
sind, die Brels Chansons und deren Fremdaufnahmen darstellen. Dies ist das
Egebnis einer lang anhaltenden, stetigen Sammlung, die ich auf der
Grundlage der im Internet veröffentlichten Informationen entwickelt habe,
insbesondere aus folgenden drei Quellen:
Die
Internetseiten der Auktionshäuser Ebay und der anderen
Internetverkaufsfirmen ;
Die
Beiträge der leidenschaftlichen Anhänger und Sammler von
Jacques Brel.
Vor
allem diesen Anhängern, die uns als Befürworter der Internetseiten
bekannt sind, ist es zu verdanken, dass die Datenbank der Brel-Aufnahmen
derart gut bestückt ist. Am wichtigsten ist, dass meine Forschungsarbeit
von der Arbeit eines Einzelnen zur kollektiven Aufgabe geworden ist, die
keine Rivalitäten kennt. Sie ist im Gegenteil von einem sympathischen und
solidarischen Geist der Aufgabenteilung geprägt, die mich dazu bewogen
hat, voran zu schreiten.
In
erster Linie möchte ich Rodolphe Guillo danken für seine
weitgehende und nüchterne Kenntnis des Lebens und des Werkes von Brel,
auf die ich in langen nächtlichen Unterhaltungen übers Internet zurück
gegriffen habe. Rodolphe betreibt schon seit 1998 eine leidenschaftliche
und genaueste Forschung über Brel und hat seine Internetseiten Jacques Brel - Autrement dit
vor mir verwirklicht hat. Diese legen besonderen Wert auf die
verschiedenen Sprachen, in denen die Original-Lieder von Brel umgesetzt
und gesungen wurden. Seine Internetseiten waren die hauptsächliche
Informationsquelle für meine Datenbank. Die uns mittlerweile verbindende
Freundschaft hat zur Zusammenlegung und gleichzeitiger Aktualisierung
beider Internetseiten geführt, damit keine inhaltlichen Abweichungen
entstehen.
Die
anderen von der selben Leidenschaft für Brel verbundenen Freunde, mit
denen im Laufe der Zeit eine kleine Internet-Gemeinde entstanden ist,
sind der unermüdliche Omar El
Maizi, José Fernandes und Bibi
Frikotin, der Spezialist für ’’Ne me quitte pas’’. Zu diesen
freundschaftlichen Gesprächen unter Freunden bekomme ich dauernd
Informationen über neue Veröffentlichungen, die unsere Internetseiten
verdichten. Weniger regelmäßige aber gewinnbringende Beziehungen
verbinden uns mit Meray, Xircus,
Max Deleury und Ania
Korzeniowska.
Schließlich gilt mein Dank auch den Interpreten,
die persönlichin
sehr entgegen kommender Weise Informationen und Tonmaterial beigesteuert
haben:Denis Berejnoï, Srðan
Depolo, Anton Montagne, Peter Ostrowski, Kenneth
Lundman von der Francis Goossens Band, sowie die Truppe des Aalborg
Teaters.
Dino Gibertoni
Deutsche
Übersetzung - Dieter Kaiser (alias Didier Caesar) -
Mai 2010