JACQUES BREL

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Seite aktualisiert am 15.06.2010

 


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Dino - Rodolphe - J. Ramón

©2006-2010 Dino Gibertoni, Rodolphe Guillo, José Ramon San Juan, Sèrgio Paixão  & Dieter Kaiser (alias Didier Caesar)

Die Erstellung und die Inhalte dieser Internetseiten sind, wenn nicht anders angegeben, von Dino Gibertoni & Rodolphe Guillo. Alle Inhalte dürfen frei verwendet werden unter der Maßgabe der Quellenangabe.

 

EINLEITUNG VON DINO GIBERTONI

Es ist nun 30 Jahre her, dass ich Musik höre, vor allem leidenschaftlich, aber auch einigermaßen aufmerksam auf deren Schönheit achtend, da ich kein Instrument spiele. Nach all diesen Jahren des Hörens und des Suchens nach verschiedenen musikalischen Genres, kann ich sagen, dass mein Bezugspunkt, mein Morgenstern, Jacques Brel geworden ist. Er ist derjenige, der mehr als alle anderen mein Herz, meinen Kopf und meinen Bauch ansprechen kann, obwohl er vielen als überholt und veraltet erscheint. Im Grunde spreche ich von der Musik, die zwischen seinem Alter 30 und 60 heraus kam (Brels letzte Platte ist von 1977, die erste hingegen von 1953).

In der Tat ist es heute sehr schwierig, zumindest in Italien, Brels Musik zu hören, es sei denn rein zufällig im Rundfunk oder Fernsehen. Was mich betrifft, so habe ich das Glück und die Eingebung gehabt, zwei CDs in der Bibliothek  der Sala Borsa in Bologne zu entleihen : Diese haben mich 2002 zum ersten Mal Brels Musik zugeführt. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, da mein Ohr sich erst einmal an diese Musik gewöhnen musste, die ein Italiener in den Jahren um 2000 nicht mehr gewohnt ist zu hören und darüber hinaus auf Französisch gesungen, eine Sprache, die ich bis dahin wenig kannte. Doch haben mir zwei oder drei Lieder genügt, die ich sofort als wirklich schön beurteilte, um mich zu ergreifen und mich nach und nach, von Lied zu Lied, in die künstlerische Welt des Grand Jacques zu verlieben.

Sie umschlingt das Herz, denn sie drückt starke und widersprüchliche Gefühle aus : Leidenschaft und Zärtlichkeit, Wut und Milde, Ablehnung und Zuspruch. Dabei bleibt das Herz jedoch immer offen, ohne jedes Zugeständnis oder ’’Bauchpinselei’’. Darüber hinaus ist da natürlich die herausragende Schönheit seiner Melodien, die unsterblich geworden sind, um ein starkes Wort zu verwenden.

Das einzigartige Merkmal, das dem menschlichen und künstlerischen Werdegang von Brel zugrunde liegt, ist seine absolute Freiheit des Denkens und Handelns. Diese Freiheit hat ihn zunächst dazu gebracht, 1952 von Brüssel nach Paris um zu ziehen, wobei er seine Familie und einen sicheren Arbeitsplatz im väterlichen Betrieb zurück ließ, und eine schwierige Laufbahn als Sänger einzuschlagen. Dann hat sie ihn 1966 auf dem Gipfel seines Erfolges dazu veranlasst, die Bühne zu verlassen und sich einer künstlerischen Tätigkeit widmen zu können, die sich nicht nur mit Musik sondern auch mit Theater und Filmproduktion befasste, als Schauspieler und Produzent. Schließlich zog er sich 1974 auf die Markisen-Inseln zurück, um seine endgültige Abwendung vom Showbusiness zu betonen und sich einer anderen Dimension des Daseins zu widmen, die einer einfacheren, persönlichen Zuwendung und dem Dienste am Menschen galt.

Von all dem bleibt, vom musikalischen Standpunkt betrachtet, eine Anzahl von 150 Chansons, die sowohl in der Originalfassung oder als öffentliche Darbietung. Diese sind oft noch interessanter, da Brel auf der Bühne alles gab. Es bleiben auch die Fassungen anderer Künstler, die ihn stetig neu interpretieren, in allen Winkeln der Welt. Das Hören dieser Fremdaufnahmen vermittelt vor allem das Verständnis dafür, in welch großer geografischer Verbreitung der Einfluss von Brel auf Generationen von Musikern gewirkt hat. Es genügt hier anzuführen, die Namen von Giorgio Gaber in Italien, Scott Walker, David Bowie, Marc Almond im englischsprachigen Raum und Noir Désir in Frankreich. Das  Hören lässt auch ermessen, wie groß die Beliebtheit der Chansons war, wenn man die große Anzahl der Übersetzungssprachen berücksichtigt. Dabei findet man auch viele lokale Sprachen : Der Dialekt aus Mailand, Genua, Bologna, dem Elsass, Friesisch, Korsisch, Provenzalisch, Galizisch und Römisch.

Doch es ist nicht nur der Aspekt der Dankbarkeit und der eigenen Wertschätzung, der sich aus der Entdeckung dieser Tausenden von Künstlern ergibt, die ihrem Idol in der ganzen Welt huldigen. Von einem sachlicheren  Standpunkt aus betrachtet ist es Gewinn bringend für den Hörer, ein Lied in zig verschiedenen Fassungen und Arrangements gesungen zu hören, und ermöglicht trotz der unterschiedlichen Interpretationsweisen die wahre musikalische und lyrische Essenz des Liedes zu erfassen. Und ich glaube, dass es für einen leidenschaftlichen Brel-Anhänger eine sehr angenehme Erfahrung ist.

Nachdem ich erkannt hatte, wie die Welt von Fremdaufnahmen von Brel überflutet wurde und ich das Ausmaß dessen auch nur erahnt hatte, habe ich beschlossen, auch die so genannten ’’Fremdaufnahmen’’ zu sammeln, oder sie zumindest aufzuführen, da gewisse Platten heute schwer  zu finden sind. Heute verfügen wir glücklicherweise über das Internet, um solche Recherchen durchzuführen. Aber die Zeit dazu muss man haben. Ich persönlich habe in 2005 und 2006 viel Zeit gehabt und damit verbracht, diese Datenbank der Fremdaufnahmen anzulegen und in der Folge diese Internetseiten ins Leben zu rufen. Hinzu kam mein Wunsch, meinen bescheidenen Beitrag zu leisten für zur Wiederentdeckung von Brel in Italien. So erklärt sich dieses verrückte Verlangen Brelscher Art, in das ich mich begeben habe.

METHODIK

Meine Definition einer Fremdaufnahme ist die folgende : eine Fremdaufnahme ist die Interpretation eines Liedes, das sich vom Original unterscheidet, und die auf einem Tonträger offiziell im Handel erschienen ist.

Um es noch klarer auszudrücken sind hier einige Grundsätze, die ich dabei beachtet habe :

  • Als Fremdaufnahmen sind zu betrachten, die verrschiedenen Studio- oder Bühnen-Aufnahmen, die von ein und demselben Interpreten von dem selben Lied gemacht wurden. Das bedeutet, dass wenn es 15 verschiedene Live-Aufnahmen von ‘’My death’’ in der Interpretation von David Bowie gibt, wären dies 15 verschiedene Aufnahmen, ob diese als Platte mit 33 Umdr. oder als offizielle CDs heraus gebracht wurden.

  • Als Fremdaufnahmen werden nicht bezeichnet, jene Musikstücke die in Piraten-Aufnahmen bei Konzerten oder in musikalischen Remixes (bootlegs) enthalten sind ;

  • Auch nicht solche Fremdaufnahmen als Teile aus Fernsehprogrammen der Art wie ‘’Music Farm’’, ‘’Star Academy’’ oder ähnlicher Programme, wo die Aufnahmen nur zum Ge- und Verbrauch durch die Zuschauer bestimmt sind, es sei denn sie sind Teil einer CD.

  • Auch nicht  die Fremdaufnahmen auf einem Video, die sich heute leicht auf dem Display verwirklichen lassen, und die von Fremdaufnahmen stammen, die während Konzerten aufgenommen wurden oder hemdsärmelig in Eigenregie erstellt wurden.

  • Selbstverständlich werden auch nicht als Fremdaufnahmen betrachtet, die Wiederholungen eines selben Stückes auf Zusammenstellungen oder fortlaufenden Reeditionen aus einer Original-CD (selbst wenn die Datenbank, die wir aufbauen, versucht die Herkunft dieser Zusammenstellungen fest zu halten, siehe obige Bemerkung).

  • Selbst wenn sie nicht auf einem Tonträger herausgebracht wurden, werden diejenigen Fremdaufnahmen dennoch gelistet, die als Musikstücke im Internet veröffentlicht wurden und kostenlos herunterladbar sind, wenn diese durch dieselben Verfasser oder Vertriebsfirmen veröffentlicht wurden. In diesem Falle betrachte ich die kostenlose Veröffentlichung im Internet als die vom Verfasser ausdrücklich gewählte Vertriebsform.

ENTWICKLUNG DER INTERNSEITEN

Im Jahre 2009 wurde eine wichtige Umstrukturierung der Datenbank eingeleitet. Diese Änderungen erscheinen nach und nach in unseren Aufstellungen im Internet. Die Hauptänderungen betreffen :

  • Die Einführung in der englischen und französischen Terminologie der Klassifizierung der Norm ISO 3166-1 für die Sprache und Herkunft der Interpreten (Dies entspricht nicht mehr genau der Nationalität, da diese Klassifizierung die Territorien einschließt, die eine eigene Verwaltungsautonomie erreicht haben, wie zum Beispiel Martinique) ;

  • Die Erwähnung der verschiedenen Alben, welche die selbe Neuaufnahme enthalten. In diesem Fall, finden Sie in der Sparte ’’Disco’’ das Originalalbum und danach, hinter dem Zeichen  > die Folge-Alben.

  • Die streng alphabetische Klassifizierung der Original-Titel der Lieder von Brel, also ohne davor den bestimmten oder unbestimmten Artikel zu setzen.

  • Die vollständige Aktualisierung der Aufstellungen wird viel Zeit in Anspruch nehmen. In dieser Übergangszeit werden alte und neue Klassifizierung nebeneinander bestehen.

 

DANKSAGUNGEN

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese Internetseiten bis heute die vollständigste Quelle dieses unendlich kleinen Teils menschlichen Wissens sind, die Brels Chansons und deren Fremdaufnahmen darstellen. Dies ist das Egebnis einer lang anhaltenden, stetigen Sammlung, die ich auf der Grundlage der im Internet veröffentlichten Informationen entwickelt habe, insbesondere aus folgenden drei Quellen:

  • Die Internetseiten der Auktionshäuser Ebay und der anderen Internetverkaufsfirmen ;

  • Die Beiträge  der leidenschaftlichen Anhänger und Sammler von Jacques Brel.

Vor allem diesen Anhängern, die uns als Befürworter der Internetseiten bekannt sind, ist es zu verdanken, dass die Datenbank der Brel-Aufnahmen derart gut bestückt ist. Am wichtigsten ist, dass meine Forschungsarbeit von der Arbeit eines Einzelnen zur kollektiven Aufgabe geworden ist, die keine Rivalitäten kennt. Sie ist im Gegenteil von einem sympathischen und solidarischen Geist der Aufgabenteilung geprägt, die mich dazu bewogen hat, voran zu schreiten.

In erster Linie möchte ich Rodolphe Guillo danken für seine weitgehende und nüchterne Kenntnis des Lebens und des Werkes von Brel, auf die ich in langen nächtlichen Unterhaltungen übers Internet zurück gegriffen habe. Rodolphe betreibt schon seit 1998 eine leidenschaftliche und genaueste Forschung über Brel und hat seine Internetseiten Jacques Brel - Autrement dit vor mir verwirklicht hat. Diese legen besonderen Wert auf die verschiedenen Sprachen, in denen die Original-Lieder von Brel umgesetzt und gesungen wurden. Seine Internetseiten waren die hauptsächliche Informationsquelle für meine Datenbank. Die uns mittlerweile verbindende Freundschaft hat zur Zusammenlegung und gleichzeitiger Aktualisierung beider Internetseiten geführt, damit keine inhaltlichen Abweichungen entstehen.

Die anderen von der selben Leidenschaft für Brel verbundenen Freunde, mit denen im Laufe der Zeit eine kleine Internet-Gemeinde entstanden ist, sind der unermüdliche Omar El Maizi, José Fernandes und Bibi Frikotin, der Spezialist für ’’Ne me quitte pas’’. Zu diesen freundschaftlichen Gesprächen unter Freunden bekomme ich dauernd Informationen über neue Veröffentlichungen, die unsere Internetseiten verdichten. Weniger regelmäßige aber gewinnbringende Beziehungen verbinden uns mit Meray, Xircus, Max Deleury und Ania Korzeniowska.

Schließlich gilt mein Dank auch den Interpreten, die persönlich     in sehr entgegen kommender Weise Informationen und Tonmaterial beigesteuert haben: Denis Berejnoï, Srðan Depolo, Anton Montagne, Peter Ostrowski, Kenneth Lundman von der Francis Goossens Band, sowie die Truppe des Aalborg Teaters.

 

Dino Gibertoni

Deutsche Übersetzung - Dieter Kaiser (alias Didier Caesar) - Mai 2010

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